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Das ehemalige Schloss der Camminghas - Ballum Ameland

Das Cammingha Schloss

Frei- und Erbherren von Ameland
Der erste Herr von Ameland war der friesische Edelmann Ritsche Jelmera, der ab 1424 als Freiherr die Interessen der Amelander Bevölkerung vertrat. Bis dann kamen die Ameländer allein zurecht und gab es keinen Verwalter auf der Insel. Der Titel Freiherr ist identisch mit dem Baron und gehört damit zum titulierten Adel wie auch Graf, Fürst und Herzog. Die herrschaftliche Organisationsform der Grundherrschaft ist aus einer feudalen Unterteilung der Regierungsgewalt im Mittelalter hervorgegangen. Grundherrschaft bezeichnet die Verfügungsgewalt der Herren über die Bauern auf der Grundlage der Verfügung über das Land, es war die vorherrschende rechtliche, wirtschaftliche und soziale Besitzstruktur des ländlichen Raums. Dazu war Ameland ein Erbgut oder freies Eigen, ein Eigentum über das der Erbherr frei verfügen konnte. Historisch gesehen sind die Inhaber eines freien eigen eine Art souveräner Staat. 

Das Cammingha Schloss
Das Schloss datiert in seiner frühsten Form aus dem Jahre 1425, Ritsche Jelmera ließ das Anwesen im
Süden von Ballum errichten und nannte es „Jelmerastate“ - das Schloss von Ballum. Im Jahr 1604 wurde das ursprünglich einfache Landhaus an der Westseite mit einem großen Querhaus von Sicco von Cammingha, Herr von Ameland von 1583 bis 1624, ausgebaut und verschönert. Das Gebäude wurde zum Komfort des Herrn auf schweren Gewölbekellern errichtet und war mit geräumigen Zimmern und einem Gerichtssaal ausgestattet. Mit dieser Erweiterung wurde auch der Turm gebaut, der mit einem Pinienzapfen gekrönt wurde. Über dem monumentalen Haupteingang wurde das Wappen von Sicco und seiner Frau Catharina van Cammingha angebracht, darunter der Text: "Nemo Sine Cruce", etwa "Jeder hat sein Kreuz". An der Ostseite befindet sich der Friedhof, wo vom 14. Jahrhundert bis 1838 eine Kapelle mit dem Grabstein der Familie van Cammingha stand, der noch immer im Leichenhaus anwesend ist.

1704 wurde Ameland für 170.000 Karolusgulden an den Erbstadthalter von Friesland, Johan Willem Friso, verkauft, wodurch das Gut in den Besitz des Hauses Oranien gelangte. Am 28. April 1828 wurde das Schloss, das nicht mehr benutzt wurde und zu vervallen drohte, zum Abriss an Jan Scheltema, Kaufmann und Bauunternehmer in Nes, für 1250 Gulden verkauft. Das heutige Rathaus steht ungefähr dort, wo früher die Burgherren über das Wohl und Weh von Ameland entschieden. 

Ist von diesem berühmten Gebäude noch etwas übrig?
Es gibt Beschreibungen und Zeichnungen in den Archiven, aber vor Ort ist leider nichts mehr zu sehen. Möglicherweise sind jedoch noch marginale Reste im Boden vorhanden, wie sie bei früheren Bauarbeiten am Rathaus gefunden wurden. So wurde im April 1997 eine Reihe alter Fragmente gefunden, darunter ein gemauerter Hohlraum, der das Fundament des alten Turms sein könnte, und ein alter Brunnen mit interessanten Details.

Die Kapelle
Östlich vom Schloss befindet sich der Friedhof von Ballum, auf dem von Anfang des 14. Jahrhunderts bis 1838 eine Kapelle stand, die wahrscheinlich älter als das Schloss war. Die Kapelle war 19,90 m lang und 8,30 m breit und hatte einen dreiseitigen Altarraum. Die Mauern mit einer Dicke von 54 und 67 cm. waren aus Klostersteinen gefertigt. Das Fundament ist noch auf dem Kirchhof vorhanden und mit Muscheln markiert. In den Jahren 1640 und 1773 wurde die Kapelle restauriert. Bei der letzten Restauration wurde auch die monumentale Kanzel aus der Großen Kirche in Harlingen aufgestellt. Diese Kanzel wurde 1604 von Claes Jelles angefertigt und befindet sich heute in der Niederländisch-Reformierten Kirche in Ballum.  

Der Grabstein
In der Kapelle befand sich der Grabstein der Herren von Ameland, dieser monumentale Grabstein ist erhalten und liegt jetzt in der Leichenhaus des Friedhofs.

Weitere Infos über den Grabstein und das Leichenhaus

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